Hundefreunde lieben nicht nur erholsame Spaziergänge oder Wandertouren mit ihrem Vierbeiner, auch Radtouren mit Hund sind immer beliebter. Doch was gibt es dabei zu beachten? Ist es für einen Hund wirklich bedenkenlos zumutbar, eine komplette Tour mit nur kurzen Pausen nebenbei her zu laufen? Gibt es Alternativen um die Tour so angenehm wie möglich sowohl für den Vierbeiner als auch für das Herrchen oder Frauchen zu gestalten? Diese und weitere Fragen klären wir im folgenden Artikel.

Wann sollte man auf Hilfsmittel zurückgreifen?

Für eine ausgiebige Fahrradtour muss das Tier in bestem Gesundheitszustand sein, um solch einer Belastung standzuhalten und auch Spaß dabei zu haben. Hunde können allerdings an Gelenkskrankheiten, Herz-Kreislauf oder anderen Erkrankungen leiden und daher aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sein, eine komplette Fahrradtour aus eigener Kraft zu bewältigen.

Ebenso ist bei Welpen große Vorsicht geboten: mit nur ein paar Wochen sind die Kleinen nicht im Stande, lange Distanzen hinter sich zu legen. Auch ältere Hunde verfügen oft nicht über die Kondition, um mit dem Tempo mithalten zu können. In diesen Fällen sind Hilfsmittel, wie beispielsweise ein Hundekorb oder ein Hundeanhänger ideal!

Möglichkeiten für den Hundetransport mit dem Fahrrad

Damit alle Beteiligten auf ihre Kosten kommen, ohne zu Schaden zu kommen, gibt es Transportlösungen wie Hundekörbe oder spezielle Fahrradanhänger für Hunde. Welches Produkt für Sie am besten geeignet ist, ist von der Rasse und Größe des Hundes abhängig:

Fahrradanhänger große Hunde

Ein Fahrradanhänger eignet sich vor allem für den Transport von großen Hunden!

große Hunde sind in einem großen Anhänger sicherer und komfortabler aufgehoben, für kleine Rassen oder Welpen sind vermutlich Hundekörbe die geeignetere Variante oder je nach Einsatzzweck kann es auch ein Anhänger für kleine Hunde sein.

Der Hundekorb: die perfekte Alternative für kleine Hunde

Gerade für kleine Hunde wie einen Chihuahua, Mops, Jack Russel Terrier oder eine französische Bulldogge bis max. 8 kg sind spezielle Hunde-Fahrradkörbe geeignet. Es gibt auch Modelle, die einem Maximalgewicht bis 12 kg standhalten, allerdings gilt die Regel: je weniger Gewicht, desto besser.

Durch die kurzen Beine von kleinen Hunderassen wie Chihuahua, Mops, Jack Russel Terrier oder französische Bulldoggen, wird der Körper maximal belastet und so ist es dem Tier nicht möglich über einen längeren Zeitraum der erforderten Geschwindigkeit standzuhalten.

Hundefahrradkorb

Ein Hundefahrradkorb eignet sich vor allem für kleine Hunderassen

Für solche Fälle sind Hunde-Fahrradkörbe bis max. 8 kg perfekt geeignet. Diese können entweder an der Lenkstange angebracht werden (mittels speziellem Montageset, welches in der Regel mitgeliefert wird) oder aber Sie entscheiden sich für ein Modell, das für den Gepäckträger bestimmt ist. Auch hier ist im Regelfall ein Montageset mit Anleitung im Lieferumfang enthalten.

Die Vorteile am vorne angebrachten Hundefahrradkorb

Ein klarer Vorteil beim Korb für die Lenkstange, ist die andauernde Sicht auf den Passagier: Sie haben Ihren Hund immer Blick und er Sie. Allerdings kann es bei ruckhaften Bewegungen des Tieres auch zu einem unruhigeren Fahrgefühl kommen.

Vor- und Nachteile am hinten angebrachten Hundefahrradkorb

Beim Modell für den Gepäcksträger ist es dem Hund hingegen möglich, ruhiger zu sitzen und der Korb kann sicherer angebracht werden. Bei diesen Modellen gibt durchaus Fahrradkörbe für Hunde bis 16 und teilweise 20 kg.

Der Nachteil dabei ist allerdings, dass das Tier die ganze Fahrt über unbeaufsichtigt ist. Falls es dann auch zu Unruhephasen kommt, können Sie während der Fahrt nicht auf Ihren Hund einwirken.

Worauf sollte man beim Kauf eines Hundefahrradkorbes achten?

Bei beiden Modellen ist es ratsam, sich für eine Variante zu entscheiden, die über ein verschließbares Gitter verfügt. Es gibt hier einerseits die Möglichkeit des ganzheitlichen Gitters oder aber, dass das Köpfchen des Tieres herausschauen kann.

Hundekorb Fahrrad

Im Hundekorb hat es Ihr Liebling sicher auch gemütlich 🙂

Durch das Gitter wird das Tier einerseits am Herausspringen gehindert, andererseits gibt es für Allwetterfahrer einen Regenschutz für den Korb. Welche Variante es letztendlich wird, hängt also von der Rasse, dem Gewicht und der „Lebhaftigkeit“ des Vierbeiners ab.

Das Tier sollte jedoch ausreichend Platz zum Sitzen und Liegen haben, daher ist es unabdingbar vorher genau Maß zu nehmen, und zwar in der Länge, Breite und Höhe des Tieres sowohl im Sitzen als auch im Liegen. Aber, natürlich spielt auch Ihre eigene Präferenz eine wichtige Rolle.

Welche Modelle besonders beliebt- und empfehlenswert sind, haben wir für Sie recherchiert. Folgende drei Modelle haben die Nutzer am besten überzeugt:

Hundefahrradanhänger: die komfortable Lösung für größere Hunde

Für größere, schwere Rassen wie einen Labrador, Golden Retriever, Airedale Terrier oder eine Bordeaux Dogge ist der Fahrradanhänger für Hunde eine ideale Transportlösung. Eine deutsche Dogge kann inkl. Anhänger beispielsweise ein Gesamtgewicht von knappen 100 kg aufbringen.

Fahrradfahren mit Hund

Ein Hundeanhänger bietet mehr Platz für Ihren Vierbeiner!

Beim Kauf eines Hundefahrradanhängers sollten Sie daher immer auf die Maximalbelastung achten, diese finden Sie in der Produktbeschreibung. Wer dies nicht berücksichtigt, gefährdet nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die des Hundes und anderer Verkehrsteilnehmer!

Bei der Anschaffung eines solchen Anhängers sollten Sie zusätzlich auch auf folgende Punkte besonderes Augenmerk legen:

Tipp #1: Der Innenraum des Anhängers

Wie auch beim Hunde-Fahrradkorb gilt auch hier das oberste Gebot des Platzbedarfs: je größer der Hund, desto mehr Platz sollte der Anhänger bieten. Während einer langen Fahrt wird selbst der aktivste Hund einmal müde und möchte sich ausrasten, daher ist es von enormer Bedeutung, den Platzbedarf am Tier zu messen und anschließend die Kaufentscheidung zu treffen!

Um das passende Modell zu finden, ist es ratsam, den Hund sowohl im Stehen als auch im Liegen in seiner Länge, Breite und Höhe zu vermessen und anschließend die Maße mit den Produktabmessungen abzustimmen. Im Idealfall probiert man es gleich am Modell aus, ansonsten einfach in der Produktbeschreibung nachsehen.

Tipp #2 Haupteinsatzzweck des Anhängers beachten

Als nächsten Punkt sollte man sich vorab überlegen, welche Routen vorwiegend zurückgelegt werden. Diese Frage ist vor allen Dingen deshalb entscheidend, weil es beim Preis einen deutlichen Unterschied macht, ob man sich für ein Modell mit oder ohne Federung entscheidet!

Ein Anhänger dient meist auch zum Spazieren und Joggen

Tipp: Egal wie Sie sich entscheiden, um in jedem Fall eine leichte Federleistung herzustellen, empfiehlt es sich den Luftdruck in den Reifen stets etwas geringer zu halten!

Je mehr man sich aber auf unwegsamem Terrain wie Schotter, Waldwegen oder ähnlichem bewegt, desto wichtiger ist eine gute Federung, da sie den Fahrkomfort durch die Abfederung unangenehmer Unebenheiten vor allen Dingen für Ihren Vierbeiner steigert.

Aber auch Sie werden feststellen, dass sich die Fahrt dank Federung wesentlich angenehmer gestaltet.

Tipp #3: Funktionalität und Ausstattung

Besonders beim Material ist es enorm wichtig, möglichst schadstofffreies und strapazierfähiges Material zu wählen. Hunde sind während der Fahrt meist unbeobachtet und können daran kauen, schlecken, schnuppern, etc.

Leider wird die Kategorie „Schadstoffe“ meist nur bei Kinderfahrradanhänger ausgiebig getestet, deshalb ist es von Vorteil selbst nochmal zu recherchieren und die angegebenen Materialien im Netz zu prüfen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, sich beim Hersteller zu informieren. Aus eigener Erfahrung können wir berichten, dass viele Anhänger vor allem beim ersten Auspacken unangenehm nach Plastik bzw. „Chemie“ riechen. Meist verflüchtigt sich der Geruch zuindestens nach einer Weile.

Tipp #4: Wichtige Sicherheitsaspekte

Hier geht es in erster Linie um den Kippschutz, die Reflektoren, den Wimpel, die integrierte Leine sowie die rutschfeste Unterlage, die ein hin- und her rutschen des Hundes vermeidet. Diese Dinge sollten bereits zur Grundausstattung gehören und somit im Grundpreis inbegriffen sein.

Bei schwereren, größeren Hunderassen wie z.B. der deutschen Dogge, empfiehlt es sich auf ein dreirädriges Modell zurückzugreifen. Dabei wird in erster Linie die Last auf mehrere Punkte aufgeteilt. Abgesehen davon erhöht ein tieferer Schwerpunkt die Stabilität, was wiederum für ein sichereres und angenehmeres Fahrgefühl sorgt.

Hundeanhänger kleine Hunde

Wichtig ist es den Hunde an den neuen Anhänger langsam zu gewöhnen

Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie auf der Rückseite des Anhängers ein zusätzliches Rücklicht anbringen. Dies ist besonders bei Fahrten in der Dunkelheit oder bei schlechten Lichtverhältnissen wichtig.

Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt ist die Befestigung des Anhängers am Fahrrad: dies erfolgt üblicher Weise über die Kupplung. Hier gilt jedoch abzuklären auf welcher Seite diese angebracht wird. Vorsicht ist hier speziell beim Fahrradständer geboten, der bei einigen Modellen gerne mal im Weg ist. 😉

Außerdem gibt es noch eine zusätzliche Sicherheitsleine, die eine zusätzliche Befestigung ermöglicht, falls sich die Kupplung aus einem unbestimmten Grund lösen sollte. Diese ist entweder im Lieferumfang enthalten oder kann auch in den meisten Fällen zusätzlich erworben werden.

Zur „Sicherheit“ gehört unserer Meinung nach aber auch die ausreichende Sauerstoffversorgung des Hundes im Innenraum. Es gibt Anhänger, bei denen man wie beim Cabrio das Dach abnehmen kann. Viele Hunde genießen dieses „Cabrio-Feeling“, manche mögen es jedoch überhaupt nicht. Daher sollte man vorab checken, ob die Fensterabdeckungen abnehmbar sind und ob diese wiederum über integrierte Insektenschutzgitter verfügen. Speziell im Sommer ist auch ein Sonnenschutz empfehlenswert.

Tipp #5: Zusatzausstattung

Die Liste der zusätzlichen Features ist lang! Bedenken Sie hier jedoch die Notwendigkeit und dass alles Zusätzliche den Preis steigert. Ein Blick auf den Lieferumfang genügt, um die potenziellen Modelle miteinander zu vergleichen.

Unsere Hundeanhänger-Produktempfehlungen

Klarer Testsieger und somit eine Produktempfehlung unsererseits ist der Petego Comfort Wagon (L & M) für große und mittelgroße Hunde. Er überzeugt nicht nur bei seinem geringen Eigengewicht von nur 12,5 kg. Auch in Sachen Stabilität und Federung, wo die Federbeine individuell eingestellt werden können, hat er klar die Nase vorn!

Ein weiterer Siegerpunkt geht an seine Vielseitigkeit und Funktionalität: er bietet ausreichend Platz für große Hunde, kann auch als Hundebox verwendet sowie in einen Jogger umfunktioniert werden!

In Sachen Sicherheit ist der Petego Comfort Wagon ebenfalls bestens gerüstet: die Reflektoren sind nicht an den Reifen angebracht, sondern so positioniert, dass sie gut und sofort sichtbar sind. Außerdem sind die Seitenwände komplett abnehmbar, was das Ein- und Aussteigen erheblich erleichtert.

Exkurs: Hundehaftpflichversicherung beim Radfahren?

ARAG Hundehaftpflichtversicherung

Eine Hundehaftpflichtversicherung empfehlen wir in jedem Fall!

Wer mit Fahrrad und Hund unterwegs ist, weiß, dass es schnell zu Zwischenfällen kommen kann. Beispielsweise wenn Ihr Hund auf die Straße läuft und einen Unfall verursacht oder anderen Radfahrern hinterherjagt und jemand zu Sturz kommt.

Eine Hundehaftpflicht ist einerseits in vielen Bundesländern Pflicht, andererseits verhindert Sie böse Überraschungen. Die Versicherung deckt (bis hin zur vertraglich vereinbarten Versicherungssumme )sowohl Sach- als auch Personenschäden ab.

Die Hundehaftpflichtversicherung von ARAG gibt es schon ab 4,95 Euro pro Monat. Für mehr Leistungen, muss man lediglich ein paar Euro mehr auf den Tisch legen.

Die Vorteile einer Hundehaftpflichtversicherung von ARAG:

✓ Kostenschutz für Schäden, die Ihr Hund verursacht
✓ Einheitliche Tarife für alle versicherbaren Hunderassen
✓ Ausgleich von berechtigten & Abwehr unberechtigter Forderungen

Hier können Sie übrigens auch Hundehaftpflichtversicherungen direkt vergleichen und sich den besten Tarif aussuchen:

Ob Sie sich für eine Hundehaftpflichtversicherung entscheiden sollten, wenn Sie noch keine haben? Wir sagen klar „Ja“, denn für wenige Euro im Monat ist man gegen böse und teure Überraschungen geschützt. Vor allem beim Fahrradfahren ist dieser Schutz aus unserer Sicht unbedingt zu empfehlen!

Hundekorb vs. Hundeanhänger

Hinsichtlich der Handhabung und der Anschaffungskosten, ist ein Hundekorb mit Sicherheit die günstigere Lösung. Jedoch sind diese beiden Punkte nicht ausschlaggebend. Entscheidend ist die Rasse (Größe!) und das Gewicht des Tieres. Der Hund muss genügend Platz haben, um sich wohlzufühlen.

Ein weiterer Pluspunkt für den Korb ist der minimale Platzbedarf: der Anhänger ist dabei wesentlich größer und sollte für Transporte im Auto auf Reisen oder Ausflüge idealer zusammenklappbar sein, um Platz zu sparen.

Im Gegenzug dazu punktet der Anhänger wiederum mit seiner Geräumigkeit, da er für andere Zwecke wie Einkaufen, Transportmittel für beispielsweise Badesachen im Sommer oder andere Dinge auch verwendet kann.

EigenschaftHundefahrradkorbHundeanhänger
Für große Hunde geeignetNeinJa
PreisGünstigTeurer
EinsatzmöglichkeitenNeinJe nach Modell (Transportbox; Joggen)
Platz / Stauraumwenigviel
Platzbedarf Zuhausewenigviel

Gepostet von Gerald

Dank zahlreicher Produkttests habe ich mir über die Jahre Expertenwissen für diverse Fahrradtransportlösungen angeeignet.