Wenn Sie Ihr Kind mit dem Fahrrad mitnehmen möchten, es aber noch nicht selbst fahren kann, haben Sie die Qual der Wahl: Fahrradanhänger oder Fahrradsitz? Sicherlich haben beide Varianten ihre Vor- und Nachteile. Wir zeigen Ihnen, worauf es bei beiden Varianten ankommt und helfen Ihnen damit (so hoffen wir zumindest), Ihre Entscheidung zu treffen.

Die Vorteile vom Fahrradanhänger

Fahrradanhänger Baby

Im Fahrradanhänger fühlen sich Kinder nicht nur sicher, sondern auch pudelwohl!

Im Kinderfahrradanhänger ziehen Sie Ihr Kind bequem von A nach B. Es gibt verschiedene Modelle, die sich in ihrer Grundfunktion nicht großartig unterscheiden. Ein paar Vorteile haben sie jedenfalls alle gemeinsam:

  • Kinder finden das Fahren im Anhänger meist sehr aufregend und bequem. Sie können sich im Anhänger freier bewegen, als wenn sie in einem Sitz säßen. Spielen ist auch kein Problem, da Bücher oder Stofftiere nicht so leicht aus dem Anhänger fallen können.
  • Wenn Sie noch weiteres Gepäck, wie zum Beispiel eine Kindergartentasche, mitnehmen möchten, findet diese auch im Anhänger ihren Platz und niemand muss sie unbequem am Rücken tragen.
  • In manchen Anhängern finden auch zwei Kinder bequem Platz. Wenn Sie also nicht nur ein Kind haben, sollten Sie unbedingt zum Anhänger greifen.
  • Auch für Urlaubsreisen und längere Touren ist der Anhänger geeignet, da Ihr Kind hier deutlich bequemer sitzt.
  • Im Kinderanhänger können Sie auch Babys sicher transportieren.

Die Nachteile vom Fahrradanhänger

  • Vor allem, wenn Sie keine Garage haben, wo Sie den Anhänger abstellen können, gestaltet er sich schnell als sperrig und platzraubend. Achten Sie unbedingt darauf, dass er sich platzsparend zusammenfalten lässt.
  • Durch die Höhe des Anhängers sind Kinder meist unmittelbar den Abgasen der Autos ausgesetzt.
  • Ein Anhänger ist wesentlich teurer. Selbst wenn der Fahrradanhänger günstig ist, müssen Sie trotzdem noch mit mehreren Hundert Euro rechnen!

Die Vorteile vom Fahrradsitz

Natürlich wollen wir auch den Fahrradsitz nicht vernachlässigen. Schließlich ist dieser auch keine schlechte Wahl. Diese Vorteile bietet er:

  • Besonders für den täglichen Gebrauch ist der Fahrradsitz sehr praktisch, da er nicht so viel Platz einnimmt wie der doch eher große Anhänger. Er lässt sich auch leicht und schnell montieren und spart somit oft Zeit und Nerven – vor allem, wenn Sie auch öfter mal alleine fahren möchten.
  • Die körperliche Nähe zum Kind ist größer als im Anhänger und Sie können sich so auch mit Ihrem Kind unterhalten und es trösten, wenn es Angst hat. Für viele Eltern, aber auch für den Nachwuchs ist dies ein sehr beruhigender Faktor.
  • Für den Fahrradsitz sprechen auch seine bessere Manövrierfähigkeit und der praktischere Umgang mit Berg- und Talfahrten, da Sie hier Ihr Tempo nicht extra anpassen müssen, denn es gibt keine Einschränkungen der Bremsfähigkeit.
  • Der Fahrradsitz schont Ihre Beine, immerhin müssen Sie keinen schweren Anhänger ziehen, sondern haben nur minimal mehr Gewicht zu transportieren.

Die Nachteile vom Fahrradsitz

  • Für Ihr Kind wird der Fahrradsitz schnell unbequem. Sie müssen lange in derselben Position verharren und haben keine Möglichkeit, sich zu bewegen oder zu spielen, da Spielzeug schnell verloren geht. So fangen die Kleinen schneller an zu quengeln.
  • Der Transport von mehr als einem Kind ist nicht möglich.
  • Im Anhänger sind Kinder vor Insekten und Wind geschützt, im Freien nicht.

Was ist denn nun sicherer?

Im Vergleich zum Kindersitz hat der Anhänger bei den meisten Kriterien die Nase vorn!

Im Vergleich zum Kindersitz hat der Anhänger bei den meisten Kriterien die Nase vorn!

Zwar sind beide Varianten in ihrer Anwendung nicht per se schlecht oder gut. Was die Sicherheit betrifft, schneiden die Anhänger bei unabhängigen Testportalen jedoch deutlich besser ab. Dies liegt zum einen natürlich daran, dass die Kinder sich darin generell einfach wohler fühlen und daher eher Ruhe geben. Übrigens, auch in unserem Fahrradanhänger Test können Sie sich über Ihr Lieblingsmodell ausführlich informieren!

Aber vor allem die Bilanz bei Crash-Versuchen mit Dummies bestätigt eindeutig, dass Kinder im Fahrradsitz zum Teil erhebliche (Kopf-)Verletzungen bei Kollisionen und beim Aufprall auf dem Boden erleiden können, während sie beim Kippen des Fahrradanhängers noch immer durch die „Wände“ vom Ärgsten abgeschirmt werden.

Außerdem hat sich gezeigt, dass die Anhänger sich bei einem Frontalunfall nicht im direkten Kollisionsbereich befinden, weshalb die Kinder darin besser geschützt sind. Des Weiteren werden Anhänger bei Aufprällen meist nicht überrollt, sondern nur zur Seite geschoben.

Selbstverständlich muss ein Anhänger, um möglichst sicher zu sein, auch gewissen Qualitätsstandards entsprechen. Das wichtigste Sicherheitsmerkmal ist hier zweifellos ein einwandfrei funktionierendes 5-Punkte-Gurtsystem. Auch eine Rahmenkonstruktion mit stabilem Überschlagschutz ist ein wichtiges Detail, ebenso wie eine große Spurweite und ein möglichst negativer Radsturz (also nach außen gestellte Räder).

Ob sich für Ihren Alltag ein Fahrradsitz oder doch ein Anhänger besser eignet, müssen Sie im Endeffekt für sich selbst herausfinden. Für kurze, unkomplizierte Strecken spricht sicher nichts dagegen, auf einen einfachen Fahrradsitz zurückzugreifen. Wenn Sie jedoch längere Touren planen, sollten Sie allein aus Rücksicht auf Ihr Kind lieber zum Anhänger greifen, da dieser doch weitaus bequemer und auch sicherer ist. Egal, wofür Sie sich entscheiden: wie sicher ein Fahrradsitz oder Anhänger tatsächlich ist, hängt auch in erster Linie von Ihrem Fahrverhalten ab. 

Posted by zweiradkraft